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Unterbringung von Geflüchteten

Artikel vom 08.09.2022

Wohnraum für Geflüchtete

Zustrom von Flüchtlingen spitzt sich zu

In den letzten Wochen wurde an verschiedenen Stellen und auf allen Ebenen angesichts der deutlich gestiegenen Flüchtlingszahlen die Notwendigkeit der Schaffung weiterer Unterkünfte für die Unterbringung von regulären Asylsuchenden aber auch von Kriegsvertriebenen aus der Ukraine thematisiert. Zwischenzeitlich hat sich die Situation weiter zugespitzt. Das Landratsamt Tuttlingen hat daher alle Kreisgemeinden aufgefordert, Wohnraum für diesen Personenkreis zu suchen.

Das Land Baden-Württemberg verzeichnet täglich Zugänge von rund 140 Flüchtlingen und zusätzlichen 315 Kriegsvertriebenen aus der Ukraine. Es wurde deshalb angekündigt, dass im Monat September insgesamt 2.000 Flüchtlinge und 12.000 ukrainische Kriegsvertriebene an die Landkreise weiterverteilt werden. Entgegen der bisherigen Praxis müssen auch Kreise wie Tuttlingen, die ihre landesweite Quote eigentlich erfüllt haben, zusätzliche Personen aufnehmen. Der Kreis Tuttlingen erwartet im September Stand heute 185 weitere Personen.

Der Landkreis hat in den vergangenen Wochen seine Kapazitäten in den Gemeinschaftsunterkünften (GU) erhöht. Mittlerweile kann die neue GU in Geisingen belegt werden. Zeitnah werden auch zwei leerstehende Stationen im ehemaligen Krankenhaus in Spaichingen belegt. Darüber hinaus ist der Kreis in Gesprächen über die Anmietung weiterer Unterkünfte. Der Landkreis möchte so lange es geht vermeiden, Sporthallen zu belegen. Dies ist in anderen Landkreisen – wie der Presse zu entnehmen war – bereits wieder der Fall. Mit den angekündigten Zuweisungen für September werden jedoch die bisherigen Möglichkeiten zur Unterbringung Ende dieses Monats erschöpft sein. Es ist deshalb zwingend, dass eine größere Zahl Flüchtlinge aus den vorläufigen Unterkünften deutlich schneller als bisher an die Gemeinden weiter verteilt wird. Es könne laut Aussage des Landratsamtes nicht bis Oktober gewartet werden.

Der Landkreis wird daher noch in diesem Monat als ersten Schritt mindestens 100 Personen den Gemeinden zuweisen. Auch in den kommenden Monaten werden weitere Zuweisungen folgen müssen, um den absehbar steigenden Flüchtlingszahlen Herr werden zu können. Da unsere Gemeinde ihrer Aufnahmepflicht noch nicht ausreichend nachgekommen ist (die Quote berechnet sich nach der Einwohnerzahl), werden uns vermutlich recht schnell weitere Personen zugewiesen werden.

Die Gemeinde sucht daher dringend leerstehenden Wohnraum. Die kommunalen Möglichkeiten sind erschöpft. Im Notfall müsste eine Unterbringung in der Mehrzweckhalle geprüft werden, mit der Konsequenz, dass diese für sportliche Aktivitäten und Veranstaltungen nicht mehr zur Verfügung stünde. Sollten Sie freien Wohnraum haben – dies können Einliegerwohnungen oder auch freie Zimmer sein – kommen Sie bitte auf das Rathaus zu. Im Regelfall kommt das Landratsamt für die entstehenden Kosten auf.

Ihr Bürgermeister
Benedikt Buggle